Hier lebt die Ruhe.
Feierlichkeiten zum 10. Jubiläum

In einer Feierstunde im Haus Saalepark wurde am Samstag das zehnjährige Bestehen des Vereins der Freunde und Förderer des Ökoparks Hertelsleite gewürdigt. Für die Regierung von Oberfranken sprach Regierungsvizepräsident Wilhelm Wenning. Parallel zu dieser Jubiläumsveranstaltung begann auf dem Spielplatz in der Hertelsleite das Kinderfest zur Einweihung des 2005 neugestalteten Spielplatzes.

SCHWARZENBACH AN DER SAALE – Dr. Christian Heinrich Sandler, der Vorsitzende des Fördervereins, ließ für die Zuhörer noch einmal die wechselhafte Entwicklungsgeschichte der Hertelsleite unter ihren früheren Förderern und Gönnern Hans Summa und Dr. August Wild sowie dem „Verschönerungsverein“ aufleben. Aus der dann etwas vernachlässigten Hertelsleite waren in den letzten zehn Jahren durch Erstellung und Umsetzung eines Gutachtens mit Hilfe des gegründeten Fördervereins verschiedene der Erholung und der Umweltbildung zugute kommende Bereiche gestaltet worden.

In naher Zukunft werde er sich, so Sandler, persönlich an den bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf wenden, um ihn um Fördermaßnahmen für die noch anstehende Umgestaltung der Saaleauen zu bitten. Er zeigte sich optimistisch, dass der Minister dieser in Bayern einmaligen Bürgerinitiative für die Umwelt eine Unterstützung nicht versagen könne.

Sandler sprach wiederholt seinen Dank für materielle, finanzielle und ehrenamtliche Leistungen der Schwarzenbacher und Freunde des Ökoparkes aus. Er drückte diese Leistung in einem Betrag von 250 000 Euro aus, die auch die 5000 Arbeitsstunden von 320 Personen an 54 Aktionstagen geleisteten Stunden bei einem fiktiven Stundenlohn von 20 Euro berücksichtige. Sein besonderer Dank ging hier auch an Alexandra Zwicker, die immer wieder die Organisation der Aktionen im Park und auch alle anderen Aktivitäten hervorragend koordiniere und dokumentiere.

Wilhelm Wenning, der in Vertretung für den nicht abkömmlichen, jedoch für den Park sehr aufgeschlossenen Minister sprach, lenkte erneut den Blick auf die Besonderheiten des Parkes und die Leistungen seiner Förderer. Er freute sich über die gelungene Entwicklung vom Brachland zur Umweltbildungseinheit und die Verbindung von Mensch und Natur: Vom „Schützen zum Schätzen“ sei es nur ein kleiner Schritt, betonte er und lobte besonders den Baumbestand der Streuobstwiese, der gerade „alte“ und wohlschmeckende Obstsorten in Ehren halte. Auch die in Kooperation mit dem Kulturverein veranstalteten lyrischen Spaziergänge hob er mit einem Novalis-Zitat besonders hervor: „Der Poet versteht die Natur besser als der wissenschaftliche Kopf.“

Bürgermeister Alexander Eberl, der auch die Grüße des Landrates Bernd Hering übermittelte, pries den Verein als „das Ideal einer gelebten Bürgergesellschaft“, da hier Unternehmer, Politiker, Verwaltung und zahlreiche Bürger zielorientiert Hand in Hand arbeiteten. Das anfangs belächelte Projekt „Hertelsleite“ habe sich zu einer echten Chance und mit seiner Lage am Saale-Radweg zudem noch zu einem attraktiven Eingangstor für die Stadt entwickelt. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Schwarzenbacher Vereinen – und auch mit dem Haus Saalepark – laufe vorbildlich. Da er daheim „zwei eigene Spielplatztester“ habe, und auf der Spiel-Wiese im Ökopark noch Raum für weitere Geräte sei, versprach der Bürgermeister als Jubiläumsgeschenk eine Ergänzung des Spielplatzes mit einem Gerät für Kleinkinder.

Schatzmeister Thomas Macht fasste noch einmal den Dank des Vereins an alle Unternehmen, die evangelische Kirche, die Stadt, den Bauhof, die Bürger und besonders an die Familie Sandler zusammen und lud dann zum Kinderfest auf dem durch eine großzügige Spende der Christian-Heinrich-Sandler-Stiftung umgestalteten Spielplatz ein.

Bei „typischem Ökopark-Wetter“, so Sandler, einem von Wolken durchzogenem Himmel mit dem Hang zum Niederschlag, wurde dann am Spielplatz eine Tafel installiert. Auf eine offizielle Ansprache für die Spielplatz-Besucher wurde an dieser Stelle verzichtet, um die vielen Aktivitäten der Kinder an den zahlreichen Stationen nicht zu unterbrechen.

Viel Wissenswertes gab es rund um den Spielplatz zu erfahren. Sogar Erwachsene konnten am Bienenstock, in dem es emsig wimmelte, noch einiges über die Honiggewinnung lernen. Auch eine Begleitbroschüre zum neu angelegten Erlebnislehrpfad, die ansonsten im Rathaus ausliegt, konnte man mit nach Hause nehmen. Die Rhythmen der Conga-Crew der Geschwister-Scholl-Schule untermalten ganz vortrefflich das Treiben der vor Ort ausgestatteten und geschminkten kleinen Indianer, die sich nach vielen Spielen ganz zünftig an Stockbrot laben konnten. Wem diese „naturbelassene“ Nahrung zu archaisch war, der konnte sich selbstverständlich auch mit internationalen Spezialitäten von der fränkischen Bratwurst bis hin zum türkischen Börek stärken. Der Erlös aus den von den vier Schwarzenbacher Kindergarten angebotenen Speisen und Getränken kommt diesen auch wieder zugute.

Da das Einweihungsfest im letzten Herbst wegen des schlechten Wetters verschoben wurde, fand die Tafel erst heuer ihren Platz in der Hertelsleite: von links, Vereinsvorsitzender Dr. Christian-Heinrich Sandler, stellvertretender Bauhofleiter Ernst Seidel, Bauhofleiter Reinhard Barthold, Koordinatorin Alexandra Zwicker und Schatzmeister Thomas Macht

Artikel entnommen aus der Frankenpost Online- Version.

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