Hier lebt die Ruhe.
Der erste große Eingriff in die bislang weitgehend unberührte Hertelsleite war 1848 der Eisenbahnbau. Dabei wurde ein Teil der Sächsischen Saale begradigt und vermutlich entstand auch die Felsformation, die heute unter dem Namen "Frosch und Maus" bekannt ist. Die Idee zur Nutzung der Hertelsleite als Erholungsraum kam erstmals um die Jahrhundertwende auf. Der Schwarzenbacher Webereibesitzer Hans Summa ließ Spazierwege anlegen und die Hertelsleite - zum Gedenken an seine Frau - "Margarethenruhe" nennen. Dieser Name hat sich aber nie eingebürgert. Mit der Anlage des Parks ließ Kommerzienrat Summa am Margarethenstein eine Tafel zum Gedenken an seine Frau anbringen. Oberhalb davon wurde eine Ruhebank in den Fels gehauen. Summa war es auch, der das Leuchtmoos in der Felsgrotte am Saaleufer entdeckt hat und erstmals absichern ließ. Das Leuchtmoos gehört heute zu einem der größten ökologischen Schätze im Ökopark.

Nach Hans Summa war der Schwarzenbacher Medizinalrat Dr. August Wild der nächste Förderer des Parks in der Hertelsleite. Er gründete einen Verschönerungsverein, und man sagt ihm den Einsatz für die Stadt bis in die 30er-Jahre nach. Im heutigen Parkbereich steht ihm zu Ehren ein Gedenkstein. In den 70er-Jahren wurde ein Trimm-dich-Pfad angelegt, der - kaum benutzt - 1979 wieder aufgelassen wurde. Der letzte große Einschnitt in die Hertelsleite war der Bau des Viadukts (Ortsumgehung B 289). In der ganzen Hertelsleite unterblieben größere Pflegearbeiten in den letzten Jahren. Nach und nach verwahrloste das Gebiet.

Das änderte sich Mitte der 90er Jahre. 1995 wurde durch zwei Wissenschaftler der Universität Bayreuth ein Gutachten erstellt, das Chancen und Möglichkeiten darstellt, die Hertelsleite in einen Ökopark umzuwandeln. Der Dipl. Geoökologe Armin Benzler und Dr. Carl Beierkuhnlein vom Lehrstuhl für Biogeographie sehen für das Gebiet gute Entwicklungschancen. Es wurden seltene Tier- und Pflanzenarten und eine in Mitteleuropa einzigartige geologische Struktur entdeckt. Die beiden Wissenschaftler schlugen in ihrem Gutachten Maßnahmen vor, die Hertelsleite in einen ökologisch hochwertigen Park umzuwandeln. Dabei steht der Parkcharakter zur Naherholung im stadtnahen Bereich klar im Vordergrund. Im nördlicheren Abschnitt dominieren Biotopelemente.

Geschichte     ( Die Hertelsleite )