Hier lebt die Ruhe.
Botanische Exkursion im Ökopark Hertelsleite

Auch naturheilkundliche Wirkung von Pflanzen dargelegt

Das Wetter meinte es gut mit den ca. 30 Teilnehmern der botanischen Exkursion, die am vergangenen Dienstag im Ökopark Hertelsleite stattfand. Heinz Horbach, ein Hobby-Botaniker, der in seiner Freizeit für staatliche Institutionen und Hochschulen seit vielen Jahren bundesweit Pflanzenkartierungen durchführt, erklärte in eindrucksvoller Weise die verschiedensten Pflanzen im Ökopark Hertelsleite. Dabei schilderte er den interessierten Teilnehmern die Zusammenhänge zwischen Pflanzenvorkommen und Bodenverhältnissen, aber auch die naturheilkundlichen Wirkungen verschiedener einheimischer und eingebürgerter Pflanzenarten.

Viele dieser Heilkräuter werden auch heute noch angewendet. Der orangefarbene Pflanzensaft des Schöllkrautes beispielsweise sei ein gutes Mittel gegen Warzen und anderen Hautveränderungen.

Insgesamt acht Frauenmantelarten kommen im Ökopark Hertelsleite vor. Besonderheit dieser Pflanze – ein Relikt aus der Eiszeit – ist die ungeschlechtliche Vermehrung. Dies bedeutet, daß es zwischen den Pflanzenarten dieser Gattung keine Bildung von Bastarden gibt.

Am Beispiel der Moschuserdbeere erklärte der Exkursionsleiter, daß bereits vor einigen Jahrhunderten in Bauerngärten Wildpflanzen kultiviert und genutzt wurden. Man hat festgestellt, daß diesewildwachsende Erdbeerart im Gegensatz zur Walderdbeere größere und zahlreichere Früchte trägt und somit Vorläuferin der heutigen Kulturerdbeere war.

Eindrucksvoll demonstrierte Heinz Horbach den Unterschied zwischen der aufgrund leicht brechender Äste für Korbflechtarbeiten ungeeigneten Bruchweide und der Korbweide.

Die Exkursionsteilnehmer erfuhren auch, daß vor ca. 1000 Jahren im Fichtelgebirge ein Mischwald aus Tannen und Laubgehölzen bestand und nur in den Höhenlagen des Schneeberg-Ochsenkopf-Massives kleine Bestände von Fichten vorkamen.

Heinz Horbach erläuterte den Unterschied zwischen einem Ulmen- und einem Haselblatt, die beide sehr ähnlich sind. Die Ulme hat im Gegensatz zur Hasel einen unregelmäßigen Blattansatz am Stiel, dies war für die meisten Exkursionsteilnehmer eine neue Erkenntnis.

Am Ende dieser zweistündigen Veranstaltung bedankte sich der Vorsitzende des Fördervereines Ökopark, Dr. Christian Heinrich Sandler bei dem Exkursionsleiter für die hochinteressante Führung und schlug aufgrund des großen Interesses vor, diese Exkursionsveranstaltung zu einem anderen Vegetationszeitpunkt, voraussichtlich im Herbst, zu wiederholen.

15. Juni 1999     ( Verein - Blitzlichter )     Zur Übersicht