Hier lebt die Ruhe.
72-Stunden-Aktion der Landjugendgruppe Schwarzenbach a.d.Saale

Hofer Anzeiger, 14. Juni 1999:

Rackern, schwitzen und etwas für das Gemeinwohl tun

Ein voller Erfolg wurde die "72-Stunden-Aktion: Wir bewegen das Land" des Bundes der deutschen Landjugend für die örtlichen Gruppen aus Reuthlas, Schwarzenbach/ Saale und Zedtwitz. Trotz der Schwere der gestellten Aufgaben meisterten sie diese innerhalb von drei Tagen bravourös.

... Ökopark Hertelsleite in Schwarzenbach: Ebenfalls von "Null auf Hundert" muß hier die örtliche Landjugend ‚ran. Wer an ein Zuckerschlecken denkt, der wird eines besseren belehrt. Auf dem zwei Hektar großen Gelände warten harte Arbeit und vielseitige Aufgaben auf die jungen Leute. Zur "Zentrale" ist ein weiter Weg. Das kostet Zeit, doch die Schwarzenbacher sind ideenreich.

Handy und Räder

"Wir haben Mopeds und Fahrräder organisiert", sagt Andrea Geyer, die Leiterin der Landjugend. Die Verständigung funktioniert zumeist per Handy, das an diesen drei Tagen unentbehrlich wird. Nach und nach gehen Ergebnismeldungen ein bei Andrea Geyer. Positive versteht sich.

Auch Freunde und Förderer des Ökoparkes legen Hand mit an, unterstützen die jungen Leute. So hat auch Christian Heinrich Sandler den Zweireiher gegen einen grünen Arbeitsanzug getauscht. "Ohne diese Aktion der Landjugend hätten wir Schwierigkeiten, den Ökopark im September der Öffentlichkeit zu übergeben"" betont der Unternehmer.

Es gibt viel zu tun, die Schwarzenbacher packen’s an und übertreffen mit ihrer Einsatzbereitschaft die Erwartungen. Ob beim Organisieren von Notstromaggregaten, Traktoren oder Maschinen oder bei der Ausführung der Arbeiten – sie sind mit Herz und Seele dabei. Unter anderem wird während der 72 Stunden folgendes geschafft: Die Beschilderung eines Lehrpfades; Gestaltung des Eingangsbereiches mit 20 Steinen und Holzgeländern; Anpflanzungen an der neugeschaffenen Mauer, bei der der Pavillon im Sommer entstehen soll. Zudem werden viele Ecken des Geländes frisch gemäht. Viel Lob gibt es von Spaziergängern für das Abschleifen von Schmierereien am "Froschsteg". An der Margaretenruhe werden zwei Schrägbänke zum Verweilen aufgebaut. Ganz in der Nähe gibt es am Freitag abend den einzigen Zwischenfall. Ein kleiner Bagger rutscht in dem schmierigen Gelände ab, der Fahrer zieht sich eine Fußverletzung zu, die einen Gips nötig macht. "Das ist schon ärgerlich", sagt Andrea Geyer. Mit vereinten Kräften kann der Bagger gehoben werden.

Große Freude

Sonntag 18 Uhr, Ende der "72-Stunden-Aktion: Wir bewegen das Land": In allen drei Orten herrscht Festtagsstimmung. Die Agenten haben die Ergebnisse begutachtet, loben für die getätigten Arbeiten. Dann geben sie bekannt: "Ihr habt es geschafft!" Ob in Zedtwitz, Schwarzenbach an der Saale und in Konradsreuth – überall fallen sich müde, aber überglückliche, junge Leute in die Arme. Sie haben gezeigt, daß sie mit viel Fleiß und Gemeinsinn etwas bewegen können – für sich und vor allem auch für die Gesellschaft. Denn die Aktion kommt allen zugute.

Allerdings: Man wünscht sich viel öfter und in allen Orten solchen Einsatz. Dann könnten manche Projekte schneller oder überhaupt erst verwirklicht werden.

In Konradsreuth, Schwarzenbach an der Saale und auch Zedtwitz ist man den Landjugendgruppen jedenfalls sehr dankbar.

Arndt Peckelhoff

Schwarzenbacher Amtsblatt, 18. Juni 1999:

Spitzenleistung der Landjugend Schwarzenbach/S. im Ökopark Hertelsleite

"Wir bewegen das Land" – so lautete das Motto der 72-Stunden-Aktion, die am vergangenen Wochenende bundesweit durchgeführt wurde. Die Aufgabe, die die Landjugend Schwarzenbach/S. zu bewältigen hatte, war für die Mitglieder bis kurz vor dem Startschuß der Aktion unbekannt. Am Donnerstag um 18.00 Uhr wurden die Aufgaben bekanntgegeben. Was sollen die jungen Leute in 72 Stunden alles tun?

Aufgaben:

"Das schaffen wir nie!" – so der Ausruf einiger Landjugendmitglieder. Keine zwei Stunden später fuhr schon schweres Gerät in Richtung Ökopark. Bis spät in die Nacht hinein arbeiteten die Jugendlichen, teils sogar unter Kunstlicht. Verantwortlich für die Koordinierung und die Organisation waren die Agentin Sandra Herrmannsdörfer, ehemalige Vorsitzende der Landjugend Schwarzenbach/S., und Andrea Geyer, derzeitige Vorsitzende der Landjugend Schwarzenbach. Beide waren sehr zuversichtlich, denn sie wußten, daß eine Menge Energie in "ihren" Schwarzenbachern steckt.

Am Freitag früh 6.00 Uhr gingen die Arbeiten weiter. Es war alles andere als leicht, innerhalb kürzester Zeit die einzelnen Aufgaben zu koordinieren. Immerhin waren die "Baustellen" auf über 2 Hektar verteilt! Ausgerüstet mit Handy, mit Fahrrädern, später mit Mopeds lösten die jungen Leute dieses Problem kreativ und wirkungsvoll.

Schwierig waren auch die "logistischen Probleme". Die Verfügbarkeit von Traktoren, Radladern, Bobcat usw. war für den vorderen Bereich des Ökoparkes von Vorteil, spätestens im Biotop mußten viele Arbeiten manuell ausgeführt werden. Muskelkraft statt Maschinenpower war gefragt, beispielsweise beim Transport der schweren gußeisernen Bänke, die 5 starke Männern an ihren Bestimmungsort brachten. Für viele Arbeiten war elektrischer Strom erforderlich. Dank des Organisationstalents der Landjugend brummten an den verschiedensten Stellen des Ökoparks Stromaggregate, um beispielsweiseSchleifmaschinen für die Behandlung von den Bänken und den beiden Stegen zu betreiben.

Für die umfangreichen Betonierarbeiten wurde ein "mobiler Spezialtrupp" aufgestellt, der mit Stromaggregaten und Betonmischer in der Nähe der Standorte der zukünftigen Fundamente Beton produzierte. Natürlich wurde hierfür auch Wasser benötigt, in Saalenähe war dies kein Problem. An andere Standorte fuhr ein großer LKW, beladen mit Wassercontainern. Auf diese Weise wurde die Distanz zwischen Betonmischer und zukünftigen Fundamenten optimiert, denn hier mußten die Jugendlichen wieder manuell mit Schaufel und Schubkarre arbeiten.

In Zukunft laufen alle Besucher des Ökoparkes an 20 Lochgranitsteinen entlang – keiner jedoch kann sich vorstellen, mit welchem Aufwand die Mitglieder der Landjugend diese insgesamt 6000 kg schweren Steine vom Bauhof in die Hertelsleite vor Ort transportiert, eingebracht, ausgerichtet und befestigt haben. Die Rundhölzer wurden im Wald gesägt, entrindet und erst dann in die Lochsteine eingesetzt.

Abgesehen vom Freitag vormittag wurde die gesamte Aktion von sehr gutem Wetter begleitet. Die Stimmung unter den jungen Leuten war trotz anstrengender Arbeit, Streß, Hektik und mancher Probleme, von früh 6.00 Uhr bis nachts 23.00 Uhr hervorragend. Schon Freitag abend waren die jungen Leute relativ zuversichtlich, die gestellten Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu bewältigen, bereits am Samstag nachmittag wußten sie, daß das Ziel sicher erreicht werden kann.

Parallel zu diesem Arbeitseinsatz sollte auch eine Übergabefeier am Sonntag organisiert werden. Schon am Donnerstag abend stand das Festzelt!

Zur Veranstaltung am Sonntag wurden alle Schwarzenbacher, vor allem die Bewohner des Hauses Saalepark und natürlich alle Mitglieder der Landjugend, sowie deren Angehörige eingeladen. Bei herrlichem Wetter strömten kurz vor 15.00 Uhr viele Schwarzenbacher in Richtung Spielwiese. Dazwischen sah man noch das eine oder andere Landjugendmitglied eilig mit einer großen selbstgebackenen Torte zum Festzelt laufen. Die Gäste wurden mit Bier und nichtalkoholischen Getränken, mit Kaffee und Kuchen bewirtet und von Sandra Herrmannsdörfer begrüßt. Sie hatte als "Agentin" das Projekt ausgewählt und im Vorfeld organisiert. Sie bedankte sich insbesondere bei Alexandra Zwicker, die als Organisationsspezialistin des Fördervereines souverän alle vorbereitenden Arbeiten erledigte.

Andrea Geyer, Vorsitzende der Landjugend Schwarzenbach, schilderte nochmals die gestellten Aufgaben und betonte, daß vor allem die vielen, verschiedenartigen "Baustellen" eine besondere Herausforderung für die Landjugend Schwarzenbach darstellte.

Landjugendmitglied Markus Teubert präsentierte eine beeindruckende Statistik: Insgesamt hat die Landjugend Schwarzenbach/S. über 900 Stunden Arbeitsleistung während der 72-Stunden-Aktion erbracht.

Bernd Leisch, 2. Bürgermeister der Stadt Schwarzenbach, bedankte sich im Namen der Stadt für die hervorragende Leistung der Landjugend und hob hervor, daß diese gemeinnützige Arbeit besonders wertvoll sei, weil sie letztendlich allen Schwarzenbachern zugute käme. Er übergab eine Spende an die Landjugenvorsitzende.

Reinhard Püschel, Vorsitzender des Kreisjugendrings, lobte die Arbeit der Landjugend als beispielhaftes Projekt für andere Jugendgruppen.

Friedrich Rubner, Filialleiter der Raiffeisenbank und Vorstandsmitglied des Fördervereines, sprach von einer beeindruckenden Leistung und überreichte eine Spende seiner Bank.

Dr. Christian Heinrich Sandler, Vorsitzender des Fördervereines, bezeichnete die 72-Stunden-Aktion als "Mega-Power-Event". Er war begeistert vom Landjugend-Engagement und erklärte, wie wichtig ehrenamtliche Tätigkeit für ein gesundes Gemeinwesen sei. Als Geschäftsführer des Vliesstoffwerkes Sandler übergab er Andrea Geyer eine großzügige Spende.

Die Landjugend Schwarzenbach/S. hat nicht das erste Mal eine Aktion des Fördervereines unterstützt und versprochen, beim Aufbau der Holzkonstruktion des neuen Pavillons mitzuwirken.

Das Gelingen der 72-Stunden-Aktion verdankt die Landjugend auch zahlreichen Spendern und Helfern. Für diese Unterstützung bedanken sich die Landjugend Schwarzenbach/S. und der Förderverein Ökopark Hertelsleite bei folgenden Firmen und Einzelpersonen:

Bäckerei Ernst, Bäckerei Fiedler, Bäckerei Heinritz, Bäckerei Köppel, Brauer & Jacob, Der Schaff, Hans Weigl, Hypovereinsbank, Jelitto, Maler Gross, Metzgerei Fuchs, Metzgerei Hofer, Metzgerei Wölfel, Raiffeisenbank, Reifenberger, Reinhardt Barthold, Schloßbrauerei Fattigau (Stelzer), SchmidtBank, Sparkasse Schwarzenbach, Stadt Rehau, Stadt Schwarzenbach, Vliesstoffwerk Sandler, Wienands, Zeltbräu


Mit Rat und Tat zur Seite standen:

Alle Familien der Landjugendmitglieder
Gärtnerei Weber
Feuerwehr Martinlamitz
Feuerwehr Quellenreuth
Komödienstadl Förmitz

Ein herzliches Dankeschön auch an all die Besucher, die die Spendenbox der Landjugend Schwarzenbach/S. füllte.

Das Ziel der Landjugend, mit der 72–Stunden–Aktion ihr Image in der Bevölkerung zu verbessern, hatte in Schwarzenbach auf alle Fälle einen durchschlagenden Erfolg. Und Spaß hat es allen Mithelfenden sowieso gemacht. Weiter so!


10. bis 13. Juni 1999     ( Verein - Blitzlichter )     Zur Übersicht