Hier lebt die Ruhe.

WEIDE

Wissenswertes

Es gibt bei uns etwa 20 Weidenarten - vom großen stattlichen Baum bis zum kriechenden Winzling. Auch die Blattformen sind sehr unterschiedlich. Die Weiden kreuzen sich sehr gern untereinander, so dass selbst Botanikern eine Unterscheidung der vielen Arten schwer fällt. Sie sind alle lichtbedürftig und brauchen feuchten Untergrund.

Weiden sind zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die männlichen Pflanzen werfen ihre Kätzchen nach der Blütezeit zu Boden. Bei den weiblichen Pflanzen entwickeln sie sich zu watteartigen Bällen, die sich bei Wind in einzelne Samen mit Flughaaren auflösen und so fortgetragen werden können.

Weiden als Lebensraum und Nahrungsgrundlage: Für viele lnsektenarten (bis zu 260) stellt die Weide eine wichtige - für manche sogar die einzige Nahrungsgrundlage dar: Sie brauchen die Blüten, die Blätter, das Holz oder die Wurzeln zum Überleben. Die Raupen von 173 Schmetterlingsarten ernähren sich vom Weidenlaub. Für die Honigbienen ist das Pollenangebot der Weiden lebensnotwendig. Es beginnt um diese Zeit die verstärkte Legetätigkeit der Königin: die Aufzucht der Brut gelingt nur, wenn genügend Blütenstaub gesammelt werden kann. Manchmal beißen die Bienen in ihrer Not sogar unreife Kätzchen auf. Neben den Honigbienen sammeln noch 77 Wildbienen und viele Schmetterlingsarten Weidenpollen und -nektar. Selbst Vögel verzehren im zeitigen Frühjahr gerne die vitamin- und eiweißreichen Kätzchen als Zukost. Ein typischer Bewohner der alten Kopfweiden mit ihren Höhlen: der Steinkauz.

Weiden, Fichten und Kiefern gab es bereits zur Zeit der Dinosaurier (vor über 70 Millionen Jahren).

Zum Ausprobieren

Hinweis: Weiden sind geschützt und dürfen eigentlich nicht ohne Genehmigung aus der freien Natur entnommen werden. Jede Schule sollte daher ihre eigenen Weidenbüsche haben.

Weiden aus Stecklingen ziehen: Von einer Weide einen etwa fingerdicken Zweig abschneiden. Er wird nun möglichst tief in die Erde gesteckt und immer feucht gehalten. Die beste Zeit hierfür ist das zeitige Frühjahr vor dem Blattaustrieb. Die Ruten können auch einige Wochen an einem schattigen und windgeschützten Ort gelagert werden. Sie müssen dann aber vor dem Stecken neu angeschnitten und mindestens 12 Stunden gewässert werden.

Fluchthecke aus Weidenzweigen: Aus diesen Ruten lassen sich nach folgendem Steckschema dichte Hecken erzielen. Damit die Ruten möglichst tief in die Erde gesteckt werden können, sollte der Boden vorher so tief wie möglich gelockert werden.

Auch mit „toten“ Zweigen lassen sich schöne Gegenstände flechten, z.B.: Kletterhilfen für Pflanzen, Raumteiler usw. Die Zweige müssen dann aber 10 Tage lang eingeweicht werden, damit sie wieder ihre optimale Biegsamkeit erhalten.

Vergleich der Bewohner von Weide und Forsythie: Ein weißes Tuch unter jeden der beiden Bäumen ausbreiten und den Baum schütteln. Von welchem Baum fallen mehr Insekten herunter? Wie viele verschiedene Arten sind es? Bedeutung der Weide in der Nahrungspyramide herausarbeiten.

Die Weide im zeitigen Frühjahr: Knospenschuppen von Weiden vergleichen mit denen anderer Bäume. Nur bei der Weide ist die Knospe von einer einzigen Schuppe umhüllt.

Sich unter eine Weide setzen und auf die Geräusche hören.

Merk-Würdiges

Gedicht:

Am Weiher

Von Josef Guggenmoos

Am Weiher stehn wir leicht gebückt,
es nieselt auf uns beide.
Wir sehn auf den Grausilbersee,
ich und die Trauerweide.

Ist traurig sie? Ich bin es auch.
Wir stehn und schaun und lauschen.
Das Wasser blinkt. - Wie viel da singt im feinen Regenrauschen.

Lied:

Die Weide wäscht ihr grünes Haar

Text: Margarete Jehn
Melodie: Wolfgang Jehn

Das Haus lässt seinen spitzen Hut
Aus trocknem Schilf beträufeln,
Der Maulwurf hält‘s für klug und gut, Jetzt Erde aufzuhäufeln.
Ach, sing mit mir....

Im Hause sitzt ein alter Mann
Und wartet auf die Sonne,
Das Wasser stimmt ein Schlaflied an, Es tröpfelt in der Tonne.
Ach, sing mit mir....

Der Schlaf nimmt ihn in seinen Arm, Sein Kopf sinkt immer tiefer,
Drei Hasen kauern träumend an
Dem Schuppenfuß der Kiefer.
Ach, sing mit mir....

Kätzchen, ihr, der Weide
Text: Christian Morgenstern (1906) Melodie: A. Künstler (1931)
EINFÜGEN LIED!!!!

Wollen‘s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen

Aus dem Weidenbaum
Haben winterüber
Drin geschlafen, Lieber,
In tieftiefem Traum.

In dem dürren Baume,
In tieftiefern Träume
Habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten,
War, ihr Weichen, Zarten,
Euer Nachtquartier?

Musst dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
Waren wir noch nicht,
Wie wir jetzt im Kleide
Blühn von Samt und Seide
Hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
Lagen wir im schlanken
Grauen Baumgeäst;
Unsichtbare Geister,
Die der Weltbaumeister
Dort verweilen lässt.

Kätzchen, ihr der Weide, wie aus grauer Seide, wie aus grauem Samt. O, ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt.

Die Kelten feierten zur Zeit der Weidenblüte das Fest der Wiedergeburt der Natur. Dieses Fest war offensichtlich so stark im Volk verwurzelt, dass die Kirche es nicht unterdrücken konnte. Es wurde daher in christliches Brauchtum umgewandelt. Am Palmsonntag werden die blühenden Weidenzweige in der Kirche geweiht und zu Hause im Herrgottswinkel aufbewahrt.

Weidenrinde und Aspirin:

Bereits bei den Griechen kannte man die schmerzlindernde Wirkung eines Saftes, der aus Weidenrinde gewonnen wird. Er enthält, wie man heute weiß, die Salycilsäure. Dieser Saft war nicht lange haltbar. Er wurde schließlich analysiert und synthetisch hergestellt. Unter dem Namen Aspirin“ kam er in den Handel.

Literaturhinweis:

„Mit Weiden zaubern“
Im „Naturspielräume für Kinder“ (Eine Arbeitshilfe zur Gestaltung naturnaher Spielräume an Kindergärten und anderswo), bei: Naturschutzzentrum NRW, Leibnitzstraße 10, 45659 Recklinghausen, Tel. 02361/3051

Zauberin Weide?

Die Weide ist die große Zaubern unter den Bäumen und Sträuchern. In über dreihundert Arten schlüpft sie in tausend Gestalten: Als Iangmähnige Trauerweide fächelt sie die heiße Sommerluft. Als dralle Drachenweide wedelt sie mit ihren schuppigen Schwänzen im Herbstwind. Als erd- und feuerfarbene Flechtweide wärmt sie im Winter die Blicke der Menschen und versichert ihnen, dass sie Sonne wieder erscheinen wird. Als goldene Samtkugel ruft sie in der Salweide im Frühling die Sonne zur Erde zurück.

 

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