Hier lebt die Ruhe.

RETENTIONSFLÄCHE

Die dominierende Nutzungsform der Flussauen ist die Grünlandnutzung.

Eine ackerbauliche Nutzung ist meist nicht möglich. zum einen sind die Flächen sehr lange Zeit im Jahr nass und können nicht befahren werden, zum anderen bilden sich in den Talauen häufig Kaltluftseen aus. Die Aueböden bestehen aus verwittertem Material, das in Jahrtausenden bei den regelmäßigen Überschwemmungen abgelagert worden ist. Die periodische Überflutung liefert immer wieder Bodenmaterial und Nährstoffe an, deshalb sind diese Böden von Natur aus gut nährstoffversorgt. Je nach Feuchtegrad, Höhen- und geographischer Lage bilden sich unterschiedliche Pflanzengemeinschaften. Sie zeichnen sich durch eine große Artenvielfalt aus. Kohldistel (Cirsium palustris), Kuckucksnelke (Lychnis flos-cuculi), Sumpfvergißmeinicht (Myosotis palustris), Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und andere Arten sorgen für einen bunten Blütenaspekt. Auch Orchideenarten sind hier zuhause, z.B. das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis).

Artenreiches Feuchtgrünland stellt den Lebensraum von zahlreichen Tierarten dar. Insekten wie Fliegen, Hautflügler, Libellen, viele Heuschrecken- und Schmetterlingsarten, Käfer und Zikaden kommen vor. Für Wildbienen bietet der Blütenreichtum vor allem im Hochsommer, wenn das Intensivgrünland längst abgemäht ist, eine wichtige Nahrungsgrundlage. Amphibien nutzen das Feuchtgrünland als Sommerlebensraum. An Vögeln treten je nach Biotopausstattung Wiesenbrüter wie (Motacilla flava), Rohrammer (Emberzia schoeniculus), Braunkehlchen (Saxicola rubentra), Bekassine (Gallinago gallinago) und andere Vogelarten auf. Weißstorch (Ciconia ciconia) und Graureiher (Ardea cinerea) suchen hier ihre Nahrung.

Nutzungsintensiveirung und Entwässerung sorgten in den letzen Jahrzehnten für einen drastischen Rückgang der Feucht- und Nasswiesen. Maßnahmen wie starke Düngung, Einsaat von Hochleistungsgräsern oder Mehrschnittnutzung mit vorgelegtem Mahdtermin führten dazu, dass wenige "Allerweltsarten" an die Stelle der ehemals vorkommenden, typischen Tier- und Pflanzenarten traten.

Vor der Einrichtung des Ökoparks Hertelsleite waren in der Aue ca. 30 Arten zu finden. Mit Ausnahme des Wiesenknöterichs (Polygonum bistorta) handelte es sich um weit verbreitete Arten. Mit einer extensiven Nutzung stellt sich nach einer Periode der Aushagerung eine artenreiche Feuchtwiese ein.

Aus "Zustandserfassung und Entwicklungskonzept für das Saaletal bei Schwarzenbach an der Sächsischen Saale" von Dipl.-Geoökologe Armin Benzler und Dr. Carl Beierkuhnlein

 

 

 

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