Hier lebt die Ruhe.

GOLD

Das Gebiet des “Ökoparkes Hertelsleite“ liegt am Ostrand der sog. “Münchberger Gneismasse“, die sich zwischen dem Frankenwälder Schiefergebirge und dem Fichtelgebirge einschiebt.

Petrografisch (gesteinskundlich) betrachtet stehen an der Hertelsleite hauptsächlich Gesteine der sog. “Grünschieferzone“ ‘(so genannt wegen der überwiegend grünen Farbe dieser Gesteine) an. Es handelt sich hierbei vor allem um durch Metamorphose umgeformte, ehemalige Meeresablagerungen, Tiefengesteine und vulkanische Gesteine.

Im Wesentlichen sind dies:

- Prasinit (ein ehemals vulkanisches Gestein)
- Phyllit (ehemalige, tonige Meeresablagerung)
- Serpentinit (entstanden aus einen gabbroähnlichem Tiefengestein)

Prasinit/Phyllit steht an der “Hertelsleite“ im neu angelegten Feuchtbiotop in großen Felsbildungen an. Serpentinit kann in der Schüttung beim Pavillon beobachtet werden. Bemerkenswert ist hierbei, dass in den sog. “Phylliten“, die u. a. auch im nahegelegenen ehemaligen Steinbruch “am Frosch“ anstehen, Mikrofossilien gefunden wurden, die zu den ältesten Lebensspuren unseres Planeten zählen (Jungpräkambrium, ca. 550 Millionen Jahre alt !). Diese sog. “Acritarchen“ waren sehr einfach aufgebaute Meeresbewohner, deren Reste sich hier erhalten haben und die die ältesten, bisher in Bayern gefundenen Fossilien darstellen. Allerdings sind diese Fossilien nur nach spezieller Präparation unter dem Mikroskop sichtbar.

Das wichtigste, im Bereich der “Hertelsleite“ vorkommende Gestein ist jedoch der Serpentinit, ein metamorphes Gestein, das unter Einwirkung hoher Drücke und Temperaturen aus einem ehemaligen Tiefengestein entstanden ist. Der Name “Serpentinit“ leitet sich von lat. “serpens“ - Schlange - wegen des grünlich-blauen, “glitschigen“ Aussehens des Gesteins ab. Serpentinit wurde bis in jüngster Zeit in Steinbrüchen, z. B. am “Frosch“, abgebaut und wegen seiner großen Härte vor allem für Schotterzwecke verwendet. Die meisten Pflanzen können den Serpentinit schlecht “erobern“, so dass sich auf Serpentinit oft eine hochspezialisierte Pflanzengemeinschaft in Form einer Trockenrasen-Vegetation bildet.

In geologisch jüngerer Zeit, vor allem im sog. “Tertiär“, vor ca. 60 Millionen Jahren, erfuhr der gesamte Bereich der Saale mehrfache Hebungen, so dass sich die junge Saale immer tiefer in die sie umgebenden Gesteinsschichten einschneiden konnte - sie hinterließ dabei Terrassen aus abgesetzten Geröllen. So ist es auch heute noch möglich, in größerer Entfernung vom jetzigen Flussverlauf gut gerundete Gerölle, meist in Form von Quarz, zu finden, die einstmals von der Saale hierher transportiert wurden. Diese Gerölle fuhren ebenfalls Gold und wurden von den “Seifnern“ durch künstliches Heranleiten von Wasser ausgewaschen.

Ursprünglich war die Saale ein stark mäandrisierender Fluss mit weit ausladenden Schleifen, Todarmen und Altwassern. Durch Eingriffe des Menschen hat der Fluss heute leider weitgehend dieses ursprüngliche Erscheinungsbild verloren.

 

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