Hier lebt die Ruhe.
Jahreshauptversammlung 2010

Jahreshauptversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Ökopark Hertelsleite e.V. beschäftigt sich mit Gold in den Saaleauen

Kürzlich fand die Jahreshauptversammlung 2009 des Fördervereins Ökopark Hertelsleite statt. Dazu begrüßte Vorsitzender Dr. Sandler die anwesenden Mitglieder und Freunde und berichtete über die Vereinsaktivitäten im vergangenen Jahr. 2009 stand, wie die Jahre zuvor, ganz im Zeichen der Umweltbildung. Da sich das Gesamtprojekt Ökopark Hertelseite mit den Arbeiten zum vorbeugenden Umweltschutz des Wasserwirtschaftsamtes Hof vollendet hat, wurde das im Sommer gebührend gefeiert.

Auch für die kommenden Monate sind Aktivitäten in und um den Ökopark Hertelsleite geplant. So werden die beispielgebenden Umweltbildungsmaßnahmen mit Kindern und Senioren fortgesetzt, Gemeinschaftsveranstaltungen mit anderen Vereinen sind geplant, beispielsweise eine Exkursion zum Baumwipfelpfad in den Nationalpark Hainich.

Ausdrücklich würdigte Herr Dr. Sandler die besonders engagierten Helfer, denen es zu verdanken ist, dass sich der Ökopark in einem sehr gepflegten Zustand präsentieren kann.

Im Anschluss an diese Ausführungen berichtete Schatzmeister Thomas Macht über die finanzielle Entwicklung des Vereins.
Der Schatzmeister und der Vorstand wurden einstimmig entlastet, nachdem Herr Schaller in Vertretung der Kassenprüfer einen entsprechenden Antrag stellte.

Als Höhepunkt der Jahreshauptversammlung ging Herr Klaus Rauh der Frage nach, ob in den Saaleauen das Gold lockt.

Vor etwa 250 Jahren noch wurde in der Region rege Gold aus den Bach- und Flußläufen gewaschen. Es handeld sich dabei um Seifengold, ein Gold, welches eine hohe Reinheit besitzt, da das Wasser andere Mineralien bereits abgespült hat.

Die Ufer waren damals gekennzeichnet von unzähligen sogenannten Waschhügeln, die allerdings im 19. Jh. Wieder eingeebnet wurden.
1741 erschien eine Abhandlung zur Goldseiferei von Kretschmann, in der Schwarzenbach an der Saale erwähnt wird.

Zwischen 1741 und 1991 gibt es zwar mehrere geologische Arbeiten, aber über Gold existieren für unsere Region keine Berichte.

1991 erschien in der Frankenpost ein Artikel über zwei Hobbygoldwäscher, die im Bauaushub (des ehemaligen Saaleverlaufes) Nuggets gefunden haben.
Das wiederum begründete das wieder aufkeimende Interesse am Goldwaschen in unserer Region.

Woher kommt das Gold in der Saale?

Herr Rauh versuchte eine Erklärung in der komplizierten geologischen Struktur der Münchberger Gneismasse zu finden: Mehrere, sog. Störungen durchlaufen das Gebiet von Südwest nach Nordost. Nachgewiesenermaßen gibt es allerdings nur zwei Goldvorkommen: eine in Plösen und eine in Ahornberg.

Durch Verwitterung könnten Goldpartikel von dort in die Saale gelangt sein.

Wahrscheinlicher aber ist es, dass das Gold durch Solifluktionen während der Eis- bzw. den Zwischeneiszeiten in unser Gebiet gelangte.

Eine abschließende Beantwortung der Frage, woher genau das Gold stammt, ist Herrn Rauh nicht möglich.

Herr Rauh erläuterte die Technik des Goldwaschens mit Schüssel. Er verdeutlichte, wo sich die Goldflimmer am ehesten ablagern. In Bayern darf man im Gegensatz zu Thüringen mit der Schüssel waschen.
Früher erfolgte das Waschen in Rinnen, die in ein ausgeklügeltes System eingebunden waren.

Im benachbarten (goldreichen) Böhmen wurden derartige Anlagen gefunden und restauriert, was durchaus auch im Ökoparkbereich denkbar wäre. Herr Rauh bot dazu Rat und Tat an.

Der zweite Schwarzenbacher Bürgermeister könnte sich damit anfreunden, mit dem Goldwaschen einen Touristenmagneten für Schwarzenbach aufzubauen.
Er übermittelte einen Gruß von der Stadt, verbunden mit dem Dank für das beispeilgebende Engagement der Bürger im Ökopark Hertelsleite.
Für die Zukunft sicherte er weiterhin die Hilfe der Stadt, insbesondere des städtischen Bauhofes zu.

Einige Eindrücke

                           

01. März 2010     ( Verein - Blitzlichter )     Zur Übersicht